Lasten sind schwer zu (er)tragen.
- Roland Frei
- 1. März 2020
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. März

Einführung:
In der Hektik des Alltags tragen viele von uns unsichtbare Bürden – emotionale Lasten und innere Konflikte, die unser Leben wesentlich komplizierter machen. Diese unbewussten Lasten belasten nicht nur unser Herz, sondern wiegen auch schwer auf unserer Seele. Stellen Sie sich vor, Sie finden den Mut, diese schweren Lasten abzuwerfen, wie einen schweren Rucksack am Ende einer langen Wandertour. Dieses Abwerfen schafft Raum für mehr Leichtigkeit und Freude in Ihrem Leben. Der folgende Text möchte Sie inspirieren und ermutigen, sich Ihren eigenen Belastungen zu stellen und den Weg zu beschreiten, sich von Ihrem Ballast zu befreien.
3 Beispiele für unsichtbare Lasten:
Im Schatten unserer täglichen Verpflichtungen tragen wir unbewusste Lasten, die unser inneres Gleichgewicht stören. Diese emotionalen und mentalen Bürden sind selten klar erkennbar, können jedoch zu einem massiven Gefühl von Erschöpfung und Überforderung führen, wie die folgenden vereinfachten Beispiele veranschaulichen möchten:
1. Der elterliche Betrieb soll an die nächste Generation weitergegeben werden. Obwohl das erwachsene Kind sehnlichst den Wunsch hat, beruflich einen ganz anderen Weg zu gehen, fügt es sich dem Druck, um die Eltern nicht zu enttäuschen. Der Betrieb geniesst in der Gesellschaft ein hohes Ansehen und auch die Ehefrau unterstützt die Übernahme. Doch nach Jahren der Verpflichtung wächst in ihm eine innere Zerrissenheit. Der Wunsch, die eigenen beruflichen Träume zu leben, wird immer drängender und belastender.
2. Wenn ein Elternteil weggeht, übernimmt oft das älteste Kind über Nacht die Verantwortung für die jüngeren Geschwister. Es wird aus seiner Kindheit gerissen und muss die Rolle eines Erwachsenen einnehmen und sorgt sich um die jüngeren Geschwister. Diese selbst auferlegte Last, eine Verantwortung zu tragen, die nicht die eigene ist, kann sehr erdrückend wirken.
3. Eine junge Frau, die äusserlich erfolgreich und ansprechend wirkt, lebt in einer emotionalen Kälte. Karriere und gutes Aussehen sind ihr wichtig und doch lastet eine unermüdliche Schwere auf ihrem Herzen. Die unausgesprochenen Erwartungen ihrer Eltern spürt sie ständig im Nacken. Sie treibt sich dadurch selber an, perfekt zu sein und alles richtig zu machen. So meisterst sie ihr Leben, damit ja niemand enttäuscht wird.
Diese drei Beispiele verdeutlichen, wie vielfältig und subtil unbewusste Lasten sein können und wie sie das Leben von uns allen stark beeinflussen. Sie machen einen entscheidenden Punkt deutlich: Oft sind die grössten Belastungen nicht die, die direkt sichtbar sind, sondern die inneren Kämpfe, die aus Erwartungen, Verantwortung und der ständigen Suche nach Akzeptanz und Liebe entstehen. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte und im Umgang mit diesen Lasten ist es wichtig, sich deren bewusst zu machen. Das Loslassen dieser Bürden kann nicht nur eine Erleichterung, sondern auch ein Schritt in Richtung Selbstakzeptanz und persönlichem Wachstum sein. Indem wir unsere eigenen Belastungen annehmen und bearbeiten, können wir einen leichteren und freudvolleren Lebensweg finden.
Beleuchten von Lasten:

Die gesellschaftlichen Erwartungen, familiären Normen und individuellen Erfahrungen prägen das Leben von Menschen auf vielfältige Weise. Gesellschaftlich wird Druck durch soziale Medien, Karrierevorstellungen und Schönheitsideale erzeugt, was dazu führt, dass sie Berufe wählen, die gesellschaftlich angesehen sind, jedoch möglicherweise nicht ihren eigenen Interessen entsprechen. Familiäre Erwartungen, oft generationsübergreifend, beeinflussen die Erziehung von Kindern und können zu überhöhten Ansprüchen führen, die die persönliche Entfaltung einschränken. Negative Kindheitserlebnisse wie Mobbing oder emotionale Vernachlässigung können tiefe seelische Wunden hinterlassen und das Streben nach Anerkennung verstärken. Ökonomische Belastungen und berufliche Unsicherheiten tragen ebenfalls zur emotionalen Last bei, während unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Perspektiven auf Verantwortung und Freiheit vermitteln. Zudem spielen Geschlechterrollen eine wichtige Rolle bei der Formung der Erwartungen und des Drucks, denen Menschen ausgesetzt sind. Insgesamt können gesellschaftliche Normen sowohl als hilfreiche Orientierung als auch als einschränkendes Korsett wirken, was zu Unzufriedenheit und emotionalen Herausforderungen führen kann.

Warum loslassen wichtig ist:
Warum sollten wir uns denn die Mühe machen, an uns selbst zu arbeiten? Ist doch eh alles halb so schlimm…
Wir schleppen die Lasten oft still und heimlich mit uns herum, ohne uns darüber zu beklagen. Denn solche Lasten können uns mit tiefergehenden und komplexeren Herausforderungen konfrontieren. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie glauben, dass es ihnen mit dieser Belastung bessergeht? Oder ist es Ihnen lieber, einfach nichts zu ändern und wegzuschauen? Oft sind wir uns der ganzen Tragweite nicht bewusst. Aber was, wenn die Last mit der Zeit noch schwerer wird und uns noch mehr erdrückt? Belastungen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein «Bestandteil» auf unserem Lebensweg. Wenn Sie einmal Ihre Belastungen erkennen und die Bereitschaft entwickeln, daran zu arbeiten, haben Sie bereits einen bedeutenden Schritt in Richtung eines leichteren Lebens gemacht.
Um das Loslassen der unbewussten Lasten begreifbar zu machen, hier eine einfache Veranschaulichung: Stellen Sie sich vor: Es ist ein sonniger warmer Tag und sie wandern über saftige Blumenwiesen und durch üppige Wälder. Eine frische Brise umgibt Sie und verschiedene feine natürliche Düfte liegen in der Luft. Sie erklimmen den Gipfel und geniessen die wunderschönen Ausblicke über die Berge und Täler. Auf dem Rückweg tauchen sie ihre Füsse in den kalten Bergbach und geniessen die Entspannung. Das fühlt sich alles so leicht und beschwingt an. Der Rucksack ist mit frischem Wasser und etwas leckerem Proviant gefüllt. Damit sind Sie gut gerüstet für den ganzen Ausflug. Nichts wird zu viel hochgetragen. Nun stellen Sie sich dieses wunderbare Gefühl in Ihrem Lebensalltag vor, ohne diese unnötigen Lasten. Was auf dem Wanderweg gut ist, funktioniert auch bestens auf dem eigenen Lebensweg.
Kennen Sie den Satz: „Jetzt ist mir ein grosser Stein vom Herzen gefallen?“

Endlich, nach Jahren oder sogar Jahrzehnten, wieder durchatmen, sich ausstrecken und die Leichtigkeit spüren. Bringen Sie den Mut und die Kraft auf, loszulassen – dafür ermutige ich Sie. Damit Platz für Freude und Leichtigkeit in Ihrem Leben geschaffen werden kann. Kein unnötiger Ballast mehr.
Kurze Selbstreflektion / Aufgabe:
Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit der Stille. Schliessen Sie die Augen und spüren in sich hinein. Wo zeigen sich Belastungen in Ihrem Leben, sei es aus der Kindheit oder aus dem Erwachsenen Leben? Schreiben Sie alles auf, was Ihnen wieder bewusstwird. Dieses einfache, aber wertvolle Material wird Ihnen helfen, den Prozess des Findens und Loslassens zu starten.
Strategien zur Bewältigung: Proaktive Anpassung
Die Entwicklung von Resilienz, das Praktizieren von Achtsamkeit und Meditation sowie das Entdecken neuer Hobbys und sozialer Kontakte können unterstützend wirken. Sport ist eine grossartige Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen und innerlich ausgeglichener zu sein. Manchmal kann bereits eine Trainingseinheit neue Lösungsansätze hervorbringen. Wie wäre es mit Yoga? Oder beginnen Sie mit etwas Neuem: Journaling*, das Festhalten von Gedanken und Gefühlen, kann ebenfalls enorm hilfreich sein.
Sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihre Sorgen oder scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die persönliche Entwicklung – die Arbeit an sich selbst. Methoden wie Energiearbeit oder Familienstellen können Blockaden und Verstrickungen lösen und Ihren Lebensweg bereichern. Lasten, ob bewusst oder unbewusst, lassen sich erkennen und bearbeiten.
Fazit: Die Kraft des Loslassens
Lasten und Belastungen sind ein Teil von unserem Leben. Es gibt unzählige verschiedene Belastungen die in unserem Leben auftauchen können. Sie zu erkennen und an ihnen zu arbeiten sollte Teil von unserem Leben sein. Sie zu erkennen hilft uns, uns besser kennen zu lernen und im Umgang mit anderen Menschen rücksichtsvoller zu werden. In dem wir erkennen, dass jeder Mensch ein eigenes Individuum ist mit einem eigenen Herzen, welches dann am schönsten schlägt, wenn es keine äusseren und inneren Beschränkungen gib. Jeder Mensch geht anders mit Belastungen um, da jeder seine eigene Lebensgeschichte hat. Lösungswege sind deswegen immer sehr individuell und der Prozess erfordert Zeit und Geduld. Das Gefühl, welches sich am Ende dann zeigt, ist das gute Gefühl, leichter und freier zu sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es entscheidend ist, unsere Belastungen zu erkennen und den Mut zu finden, an uns zu arbeiten...
Schlusssatz:
Es geht nicht darum, wer schuld ist oder was richtig oder falsch ist. Die Umstände sind vielschichtig. Wenn die Belastung erst einmal verschwunden ist, können wir Frieden mit uns selbst und anderen schliessen. Ein wahrlich wunderbares Gefühl. Was steht Ihnen noch im Weg, den Ballast abzuwerfen?

Erläuterungen:
*) Journaling ist eine Methode, bei der Menschen ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse in schriftlicher Form festhalten. Es kann in Form eines Tagebuchs geschehen, in dem man regelmässig Einträge macht, oder durch spezifische Übungen, wie zum Beispiel das Festhalten von Zielen, Dankbarkeit oder Reflexionen über den eigenen Tag.
Die Vorteile von Journaling sind vielfältig:
· Emotionale Klarheit: Es kann helfen, Gedanken und Gefühle zu sortieren und besser zu verstehen.
· Stressabbau: Das Schreiben kann therapeutisch wirken und zur Entspannung beitragen.
· Selbstreflexion: Journaling ermöglicht es, über persönliche Erfahrungen nachzudenken und daraus zu lernen.
· Kreativität: Es kann eine kreative Ausdrucksform sein, die Ideen und Inspiration fördert.